Takotsubo Kardiomyopathie

Die Takotsubo Kardiomyopathie ist eine primäre Herzmuskelerkrankung die durch eine transiente - vornehmlich - linksventrikuläre myokardiale Dysfunktion bei insgesamt unauffälligen epikardialen Koronararterien charakterisiert ist. Die Erkrankung imponiert klinisch als akuter Myokardinfarkt (akuter Brustschmerz, EKG-Veränderungen, Anstieg der myokardialen Marker) und wurde erstmals 1990 beschrieben. Der Begriff "Takotsubo" bedeutet in der japanischen Sprache "Tintenfischfalle", ein bauchiges Gefäß mit engem Hals. Aufgrund der einem "Takotsubo" ähnelnden Morphologie des linken Ventrikels während der Systole erfolgte die Namensgebung.

EKG

Die EKG-Veränderungen sind unspezifisch. ST-Hebungen und -senkungen, die oft nur ein geringes Ausmaß einnehmen, sind häufig. Drastische EKG-Veränderungen, die eher selten sind, sind tief-negative T-Wellen, wie sie in der Abbildung dargestellt sind. Die EKG-Veränderungen bilden sich in der Regel innerhalb weniger Tage zurück. 

EKG Takotsubo-Kardiomyopathie Voranflattern

Abb.: Takotsubo-Kardiomyopathie mit tief-negativen T-Wellen (symmetrisch). Zusätzlich Vorhofflattern mit 3:1 atrioventrikulärer Überleitung.  

Spontane Arrhythmien

In seltenen Fälle kann es zu lebensbedrohlichen ventrikulären Tachyarrhythmien (polymorphe Kammertachykardien) kommen. Das Neuauftreten von Vorhofflimmern wurde mehrfach beschrieben. Auch neu auftretende AV-Blockierungen, die, wenn sie persistieren, eine Schrittmacher-Implantation notwendig machen können, wurden beschrieben. 

Diagnostische Wertigkeit des EKGs und Differenzialdiagnosen

Die EKG-Veränderungen sind nicht spezifisch, sondern müssen im Kontext der anderen Befunde und der Klinik interpretiert werden. Eine relativ schnelle Rückbildung der EKG-Veränderungen ist üblich. Wesentliche Differenzialdiagnose ist der koronar bedingte Myokardinfarkt.  

Literatur (frei zugänglich im Internet)

Links

  • Orphanet (Datenbank zu seltenen Krankheiten und Medikamenten zur Behandlung seltener Krankheiten; wird unter französischer Federführung mit Förderung durch die Europäische Union betrieben).  

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