Prinzip der Elektrokardiographie

Bei der Elektrokardiographie geht es darum, die während einer Herzaktion entstehenden und auf die Körperoberfläche fortgeleiteten Potenzialdifferenzen unter Verwendung standardisierter Ableitpunkte zu messen, zu verstärken und in ihrem Zeitverlauf graphisch darzustellen. Das Ergebnis dieser Prozedur ist das Elektrokardiogramm (EKG) - oder auf Deutsch - die Herzspannungskurve.

 

Die nachfolgende Abbildung zeigt schematisch das bei einer Herzaktion auf der Körperoberfläche ableitbare EKG. Die Benennung der Zacken und Wellen basiert auf Einthoven. 

  • Die P-Welle entspricht der Aktivierung der Vorhöfe (Depolarisation der Vorhöfe).
  • Der aus der Q-Zacke, der R-Zacke und der S-Zacke bestehende QRS-Komplex spiegelt die Aktivierung der Kammern wider (Depolarisation der Kammern).
  • Die T-Welle ensteht im Zusammenhang mit der Erregungsrückbildung der Kammern (Repolarisation der Kammern).  
EKG PQRST

Abb.: Schematische Darstellung eines normalen Elektrokardiogramms mit Benennung der Zacken und Wellen, wie sie von Einthoven eingeführt wurde. 

Kurzer historischer Abriss

Die Einführung des Begriffs Elektrokardiogramm wird vielfach dem niederländischen Physiologen Willem Einthoven (1860-1927) zugeschrieben. Dieser erwähnt in seinen Publikationen aber selbst, dass es der britische Physiologe Augustus Desire Waller (1856-1922) war, der den Begriff eingeführt hat.Waller registrierte 1887 erstmal ein EKG von einem Menschen. Bei einer im gleichen Jahr erfolgten öffentlichen Demonstration des neuen Verfahrens in seinem Labor in London war auch Einthoven anwesend.

 

Während Waller in den nachfolgenden Jahren seine Forschungen auf dem Gebiet der Elektrokardiographie aufgab, um sich anderen physiologischen Themen zu widmen, war es Einthoven, der sich mit seiner ganzen Kraft dem neuen Thema widmete. Er war es, der die Elektrokardiographie soweit weiterentwickelte, dass sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem kliniktauglichen Verfahren wurde. Einthoven erhielt hierfür 1924 den Nobel-Preis. 

Literatur