Die Darstellung der Grundlagen der Elektrokardiographie ist bewusst übersichtlich und didaktisch strukturiert gehalten. Ziel ist es, zunächst die wichtigsten physiologischen und methodischen Prinzipien zu vermitteln, die zum Verständnis des Elektrokardiogramms erforderlich sind. Die Elektrokardiographie basiert auf komplexen elektrophysiologischen Vorgängen im Herzen, deren Verständnis eine wichtige Voraussetzung für die korrekte Interpretation von EKG-Befunden darstellt. Gleichzeitig soll die Darstellung so gestaltet sein, dass auch Leserinnen und Leser ohne vertiefte Vorkenntnisse einen verständlichen Zugang zu den zentralen Konzepten erhalten.
Im Mittelpunkt stehen dabei die grundlegenden Zusammenhänge zwischen den elektrischen Aktivitätsprozessen im Myokard und deren Darstellung im Elektrokardiogramm. Das EKG bildet die zeitliche Abfolge der elektrischen Erregungsausbreitung im Herzen ab und ermöglicht dadurch Rückschlüsse auf Erregungsbildung, Erregungsleitung sowie auf mögliche pathologische Veränderungen des Herzmuskels oder des Reizleitungssystems. Ein fundiertes Verständnis der zugrunde liegenden Mechanismen erleichtert daher die systematische Analyse der einzelnen EKG-Bestandteile und ihrer klinischen Bedeutung.
Aus didaktischen Gründen wird die Darstellung der Grundlagen in zwei eng miteinander verknüpfte Themenbereiche gegliedert. Zunächst werden die elektrokardiologischen Grundlagen behandelt. In diesem Abschnitt werden die wesentlichen elektrophysiologischen Prinzipien erläutert, die der Entstehung der im EKG registrierten Potenziale zugrunde liegen. Dazu gehören unter anderem die Erregungsbildung im Sinusknoten, die Ausbreitung der elektrischen Aktivierung im Vorhof- und Ventrikelmyokard sowie die Rolle des Reizleitungssystems des Herzens.
Im zweiten Teil wird anschließend der Zusammenhang zwischen Herzzyklus und Elektrokardiogramm dargestellt. Hier wird erläutert, wie die einzelnen Phasen der elektrischen Aktivität des Herzens im EKG sichtbar werden und wie sich diese Vorgänge in den charakteristischen Wellen, Zacken und Intervallen der EKG-Kurve widerspiegeln. Durch die Verknüpfung der elektrophysiologischen Prozesse mit der graphischen Darstellung im Elektrokardiogramm entsteht ein grundlegendes Verständnis dafür, wie das EKG als diagnostisches Instrument in der klinischen Praxis genutzt werden kann.