Langzeit-EKG

Das Langzeit-EKG steht bei der Langzeit-Rhythmusbeobachtung unter Alltagsbedingungen ganz im Vordergrund. Hierbei wird das EKG-Signal heute in der Regel digital gespeichert. Die meistens Systeme registrieren 3-EKG-Kanäle. Moderne Systeme erlauben eine kontinuierliche Registrierung von bis zu 7 Tagen. Das Aufnahmegerät muss über die Möglichkeit verfügen, Zeitmarkierungen zu setzen, die durch den Patienten ausgelöst werden können. Letztere und ein vom Patienten geführtes Protokoll erlauben es dann, Symptomatik und EKG-Befund zu korrelieren. Die Abmessungen der Aggregate werden zunehmend kleiner,  so dass die Aggregate den Patienten nur noch unwesentlich stören. 

 

Die heute zur Verfügung stehende Analyse-Software macht die Auswertung der Langzeit-EKGs schnell und einfach. Diverse Algorithmen zur Arrhythmieanalyse führen den Auswerter und machen eine komplette Durchsicht der Registrierung (die bei mehrtägiger Aufzeichnung per se unmöglich wird) überflüssig. Spezielle Module wie z. B. eine automatische Vermessung der klassischen EKG-Intervalle, die Vorhofflimmeranalyse, eine Bestimmung der Herzfrequenzvariabilität oder der Heart Rate Turbulence oder auch eine automatisierte Analyse des T-Wellen-Alternanz stehen zur Verfügung. Auch die Schrittmacheranalyse wird durch spezielle Module erleichtert. Vielfach stehen Interface zu Informationssystemen (z.B. HL7, BDT/GDT) zur Verfügung. 

Langzeit-EKG-Befund

Abb.: Klassische Zusammenfassung des Ergebnisses eines Langzeit-EKGs (über 2 Tage). In diesem Fall stand die spontane Arrhythmierate (ventrikuläre Extrasystolen) im Vordergrund. Ca. 20% der Herzaktionen waren monomorphe ventrikuläre Extrasystolen. Nachfolgend wurde bei dem Patienten eine erfolgreiche Katheterablation durchgeführt. Software: CardioDay™ der Fa. Getemed.

Detektion von Vorhofflimmern im Langzeit-EKG

Eine häufige Indikation zur Anfertigung eines Langzeit-EKGs stellt die Diagnostik von Vorhofflimmern dar. Oft wird die Dauer der Registrierung auf mehrere Tage verlängert, eine verlässliche Diagnostik der Arrhythmie muss dann gewährleistet sein. Die nachfolgende Abbildung gibt ein Beispiel für die automatische Detektion von Vorhofflimmern und eine darauf basierende Berechnung der Vorhofflimmerlast. 

Langzeit-EKG Vorhofflimmern

Abb.: Automatische Detektion von Vorhofflimmern. Rechts oben findet sich eine Auflistung der Dauer der einzelnen vom System detektierten Episoden. So kann die Arrhythmielast (engl. atrial fibrillation burden) während des Zeitraums der Registrierung berechnet werden (rechts oben). Rekorder: CardioMem™ CM 4000 der Fa. Getemed.

12-Kanal-Langzeit-EKG

Mittlerweile stehen auch 12-Kanal-Langzeit-EKG-Systeme zur Verfügung. Der Einsatz solcher Geräte erfolgt bei speziellen Fragestellungen, z. B. wenn 12-Kanal-EKGs gefordert sind oder wenn die Morphologie von Rhythmusstörungen (z. B. Kammertachykardien) eine Rolle bei der weiteren Therapieplanung spielt.

12-Kanal-Langzeit-EKG

Abb.: 12-Kanal-EKG, mittels eines Langzeit-EKG-Rekorders aufgezeichnet. Auf der rechten Seite die Messwerte (je Ableitung). Rekorder: CardioMem™ CM 4000 der Fa. Getemed.

LangzeitEKG Kammertachykardie

Abb.: Dokumentation einer sogenannten idiopathischen Kammertachykardie im 12-Kanal-Langzeit-EKG.  Die linksschenkelblockartige Morphologie spricht für einen Ursprung im rechten Ventrikel.  Solche Arrhythmien können mit einer hohen Erfolgsrate mittels Katheterablation behandelt werden. Rekorder: CardioMem™ CM 3000-12 BT der Fa. Getemed.

Literatur

Links zu Geräteherstellern (Auswahl)