Chronotrope Inkompetenz

Unter einer chronotropen Inkompetenz wird ein Unvermögen des Herzens verstanden, die Herzfrequenz unter Belastung, den metabolisch-hämodynamischen Anforderungen entsprechend, zu steigern. Landläufig wird oft von einer chronotropen Inkompetenz ausgegangen, wenn das Herz nicht in der Lage ist, eine Frequenz von 90/min zu übersteigen. Eine ausführlicher Diskussion der Definition der chronotropen Inkompetenz wird Gegenstand von Überarbeitungen dieses Abschnittes sein.

Ein unzureichender Anstieg der Sinusfrequenz deutet auf eine pathologische Sinusknotenfunktion hin. Medikamente (z. B. Betablocker) können eine latente chronotrope Inkompetenz manifest werden lassen bzw. aggravieren. Bei den Betroffenen resultiert typischerweise eine reduzierte körperliche Belastbarkeit, die oft mit einer verminderten Lebensqualität assoziiert ist. Die chronotrope Inkompetenz ist darüber hinaus ein von anderen Faktoren unabhängiger Risikofaktor für eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität.

EKG

Die Herzfrequenz im Standard-EKG korreliert nicht mir der maximalen Herzfrequenz unter Belastung. Ein klassisches Beispiel hierfür sind männlich Sportler, die häufig eine ausgeprägte Ruhe-Bradykardie aufweisen, die aber dennoch hohe (altersnormale) Herzfrequenzen unter Belastung erreichen. Eine chronotrope Inkompetenz findet sich vor allem bei älteren Menschen mit Sinusrhythmus.

Sehr hilfreich zur Beurteilung der chronotropen Kompetenz ist das Langzeit-EKG (24-Std.-Frequenzprofil), wobei bei der Beurteilung aber unbedingt das Aktivitätprotokoll des Patienten berücksichtigt werden muss. Das Belastungs-EKG hilft die chronotrope Kompetenz zu beurteilen.  Berücksichtigt werden müssen auch ggf. vorhandene, negativ chronotrop wirkende Medikationen (z.B. Betablocker, Digitalis).

Belastungs-EKG

Das Belastungs-EKG hilft die chronotrope Kompetenz zu beurteilen. Berücksichtigt werden müssen auch ggf. vorhandene, negativ chronotrop wirkende Medikationen (z.B. Betablocker, Digitalis).

Abb.: Ausgeprägte Chronotrope Inkompetenz im Belastungs-EKG. Sinusbradykardie in Ruhe, die maximale Herzfrequenz unter Belastung beträgt 71/min. Ein ausrfeichender Anstieg des Blutdrucks bleibt aus. 

Langzeit-EKG

Sehr hilfreich zur Beurteilung der chronotropen Kompetenz ist das Langzeit-EKG (24-Std.-Frequenzprofil), wobei bei der Beurteilung aber unbedingt das Aktivitätprotokoll des Patienten berücksichtigt werden muss. 

EKG Chronotrope Inkompetenz Starre Herzfrequenz

Abb: Nahezu starre Herzfrequenz, die bei 65/min liegt. Ursache war ein Schrittmacher, der im VVI-Modus programmiert wurden. Der Patienten meldete sich mit Luftnot, nachdem eine Therapie zuvor eine Therapie mit einem Beta-Blocker eingeleitet worden war.  Unter dieser Medikation war es zu einer 100%igen Schrittmacherstimulation gekommen (nachfolgende Abbildung). 

EKG VVI Stimulation 60

Abb: Ventrikuläre Stimulation im VVI-Modus. Das Bild oben zeigt den Verlauf der Herzfrequenz über 24 Stunden.

Literatur