Chronotrope Inkompetenz

Unter einer chronotropen Inkompetenz wird ein Unvermögen des Herzens verstanden, die Herzfrequenz unter Belastung - den metabolisch-hämodynamischen Anforderungen entsprechend - zu steigern. Eine chronotrope Inkompetenz ist oft Teil eines Sinusknoten-Syndroms.

 

Landläufig wird dann von einer chronotropen Inkompetenz gesprochen, wenn das Herz nicht in der Lage ist, eine Frequenz (bei Sinusrhythmus) von 90/min zu überschreiten. Andere Definitionen basieren auf dem Nichterreichen der altersentsprechenden maximalen (100%) oder submaximalen (80%) Herzfrequenz.

 

Für eine optimierte Bestimmung der Kompetenz des Sinusknotens (bzw. dessen Inkompetenz) ist eine Spiroergometrie mit einer Herzfrequenzbestimmung undMessung der Sauerstoffaufnahme in Ruhe und unter Belastung notwendig. 

 

Ein unzureichender Anstieg der Sinusfrequenz deutet auf eine pathologische Sinusknotenfunktion hin. Medikamente (z. B. Betablocker) können eine latente chronotrope Inkompetenz manifest werden lassen bzw. aggravieren. Bei chronotroper Inkompetenz resultiert eine reduzierte körperliche Belastbarkeit, die häufig mit einer verminderten Lebensqualität assoziiert ist. Darüber hinaus stellt die chronotrope Inkompetenz einen von anderen Faktoren unabhängigen Risikofaktor für eine erhöhte kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität dar.

EKG-Manifestation der chronotropen Inkompetenz

Die Beurteilung der Kompetenz des Sinusknotens erfolgt mittels Ergometrie. Zielparameter ist die Herzfrequenz/min. Bei der Interpretation des Befundes müssen ggf. vorhandene, negativ chronotrop wirkende Medikationen (z.B. Betablocker, Digitalis) berücksichtigt werden.

 

Zur klinischen Beurteilung der chronotropen Kompetenz eignet sich das Langzeit-EKG (24-Std.-Frequenzprofil). Hierbei muss selbstverständlich das vom Patienten geführte Aktivitätsprotokoll berücksichtigt werden. 

Abb.: Ausgeprägte Chronotrope Inkompetenz im Belastungs-EKG. Sinusbradykardie in Ruhe, die maximale Herzfrequenz unter Belastung beträgt 71/min. Ein ausreichender Anstieg des Blutdrucks bleibt aus. 

Abb: Links: Ventrikuläre Stimulation im VVI-Modus. Rechts: Starres Herzfrequenzprofil als Folge der festfrequenten Stimulation. 


Literatur