EKG bei Elektrolytstörungen und Medikamenteneffekte

Elektrolytstörungen und Medikamente – insbesondere solche mit dem Potenzial zur QT- beziehungsweise QTc-Verlängerung – gehören zu den wichtigen Faktoren, die die kardiale Elektrophysiologie und damit auch das Erscheinungsbild des Elektrokardiogramms maßgeblich beeinflussen können. Veränderungen der Elektrolytkonzentrationen, etwa von Kalium, Magnesium oder Kalzium, können sowohl die Depolarisation als auch die Repolarisation des Myokards verändern und dadurch charakteristische EKG-Veränderungen hervorrufen. In ähnlicher Weise können zahlreiche Medikamente durch ihre Wirkung auf kardiale Ionenkanäle die elektrische Aktivität des Herzens modulieren. 

Besonders relevant sind Arzneimittel, die zu einer Verlängerung des QT-Intervalls führen können, da hierdurch das Risiko für potenziell lebensbedrohliche ventrikuläre Arrhythmien, insbesondere Torsade-de-Pointes-Tachykardien, erhöht sein kann. Darüber hinaus existieren weitere medikamentöse Effekte auf das EKG, beispielsweise eine Verbreiterung des QRS-Komplexes infolge einer Beeinflussung der intraventrikulären Reizleitung, Veränderungen der ST-Strecke oder der T-Welle im Sinne von Repolarisationsstörungen sowie das Auftreten oder die Verstärkung spezifischer EKG-Muster, etwa eines Brugada-typischen Musters.

Die Kenntnis solcher Einflüsse ist klinisch bedeutsam, insbesondere bei Patienten mit strukturellen Herzerkrankungen, genetischen Arrhythmiesyndromen oder bereits bestehenden Leitungs- und Repolarisationsstörungen. Eine systematische Berücksichtigung möglicher medikamentöser Effekte kann dazu beitragen, proarrhythmische Risiken frühzeitig zu erkennen und die Sicherheit der medikamentösen Therapie zu verbessern. Unsere Datenbank informiert über die Effekte von Medikamenten auf das EKG.

 

Literatur

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